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Viel Bedarf für mehr ÖV in Europa – Schweizer Billettpreise schrecken ab

Nirgendwo in Europa fahren die Menschen mehr Zug und Bus als in der Schweiz. Über 50% der Menschen in Europa haben keinen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Schweiz sind vor allem hohe Billettpreise ein Problem.

In rund 90% der europäischen Länder fährt die Hälfte der Bevölkerung nur sehr selten Zug und Bus. Besonders gravierend: Über 50% der Menschen haben überhaupt keinen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV). Das heisst, es gibt in ihrer Region schlichtweg keinen öffentlichen Nahverkehr. Das sind zwei der zentralen Aussagen der Mobilitätsstudie «Access Denied: Transport Poverty in Europe» des deutschen Öko-instituts im Auftrag von Greenpeace Zentral- und Osteuropa (chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://greenpeace.at/uploads/2026/05/transport_poverty.pdf). Das Öko-Institut hat die vier Säulen der öffentlichen Mobilität in Europa analysiert: Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Preis und Angebot.

Die Unterschiede zwischen den Ländern sind zum Teil riesig. Die grössten ÖV-Defizite haben Deutschland, Frankreich, Österreich und Bulgarien – unter anderem wegen schlechten Verbindungen und stillgelegten Bahnstrecken, vor allem in ländlichen Gebieten.

Die Schweiz fährt voraus

Nirgendwo in Europa fahren die Menschen mehr Zug und Bus als in der Schweiz. 19% nutzen den ÖV täglich. Nur 15% sind nie mit ihm unterwegs. Zum Vergleich: In Deutschland nutzt fast die Hälfte der Menschen (48%) nie den ÖV. Noch mehr Nichtnutzer sind es in Frankreich (65%) und Italien (68%).

Hauptgrund für die ÖV-Verweiger in der Schweiz sind gemäss Studie die hohen Billetpreise. Vielfahrer schätzen dagegen besonders die hohe Fahrplandichte.

Der ÖV sollte in ganz Europa erschwinglich sein

Greenpeace setzt sich in ganz Europa für erschwinglichen ÖV ein. Je nach Land bieten sich unterschiedliche Finanzierungsmodelle an. Beispiel Schweiz: Seit dem 28. April 2026 läuft die Unterschriftensammlung für die Mobilitätsbon-Initiative. Greenpeace unterstützt die Volksinitiative. Vielflieger und Privatjet-Reisende sollen für ihre Mobilität bezahlen, weil sie besonders klimaschädlich reisen. Die Initiative verlangt eine Flugticketabgabe von mindestens 30 Franken und 500 Franken für Privatjets.

Ein Teil dieser Einnahmen soll in den Ausbau von grenzüberschreitenden Zugstrecken fliessen. Der grösste Teil geht jedoch direkt an die Bevölkerung. Das heisst, Menschen, die nicht oder wenig fliegen, fahren günstiger Zug. Sie zahlen weniger für ihre Billette.

 

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